Frauen im Hause André
Zweimal stehen Frauen an der Spitze des Hauses André. Der Rundgang führt zu ihnen und zu weiteren Frauen, die in den Einträgen dieser Seite auftauchen: einer Mutter auf der Flucht, Komponistinnen, Mozarts Witwe als Verkäuferin, einer Librettistin. Komponistinnen bleiben im Verlagsprogramm selten – Axel Beer spricht von „ganz wenigen“.
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Station 1 Die Flucht der Familie André/Heraud 1687
Im Herbst 1687 verlässt Françoise, verwitwete André, mit ihrem Mann Jacques Heraud und vier Kindern die Provence. Im Januar 1688 stirbt sie auf der Flucht. Ihr Sohn Gilles André heiratet später die ebenfalls aus Frankreich geflohene Judith Gerain; 1709 zieht die Familie nach Offenbach.
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Station 2 Verlagsgründung 1774
In der Geschichte zur Verlagsgründung erzählt Lili Schönemann, 1758 in Frankfurt geboren. Sie berichtet, wie sie Goethe im Hause André trifft: Man musiziert, führt Theaterstücke auf und plaudert. Das Haus erscheint als geselliger Ort, an dem auch sie zu Gast ist.
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Station 3 Erstmals eine Komponistin im Programm 1776
Mit der Verlagsnummer 69 erscheint erstmals eine Komponistin im Programm des Hauses André: Franziska Lebrun. Auch ihre Violinsonaten op. 1 liegen in einer André-Ausgabe vor. Komponistinnen bleiben selten – Axel Beer spricht von „ganz wenigen“ im Verlagsprogramm.
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Station 4 Erwerb von 273 Mozart-Notenhandschriften 1800
Die 273 Mozart-Handschriften kauft Johann Anton André von Constanze Mozart, der Witwe des Komponisten, für 3150 Gulden. In der Geschichte „Mozart und André“ erzählt er selbst, sie habe noch bis Januar 1800 vom Vertrag zurücktreten können und die Zwischenzeit genutzt, um mit Breitkopf & Härtel zu verhandeln.
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Station 5 Souvenir de Nauheim um 1863
Um 1863 veröffentlicht die Engländerin Charlotte M. E. Oliver ihr „Souvenir de Nauheim“ bei André; sie ist zu Gast in den deutschen Kurbädern. Axel Beer nennt sie eine Zufallsbekanntschaft, die in den 1860er Jahren mehrere Dutzend Klavierstücke herausbringt. Der Verlag stattet sie mit überaus attraktiv gestalteten Titelseiten aus.
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Station 6 Maria Stuart ist die Offenbacher Salome 1929
Den Text zu Erich Riedes Oper „Riccio“, 1929 bei André erschienen, schreibt die Schriftstellerin Dr. Martha Wertheimer, Redakteurin bei der Offenbacher Zeitung. Wegen der jüdischen Librettistin fällt die Oper in den Folgejahren unter politisches Veto. Uraufgeführt wird sie erst 1947 – Martha Wertheimer stirbt 1942 vermutlich im Vernichtungslager Sobibor.
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Station 7 Acht Generationen 1951
Die Zeitleiste zeigt die Familienmitglieder mit ihrer Zeit in der Unternehmensleitung; zweimal stehen Frauen an der Spitze. Zuerst Aurelie André, die Witwe Gustav Adolfs, später gemeinsam mit Elisabeth André, der Witwe Carls. Nach dem Tod von Hans André 1951 leiten seine Witwe Friederike und seine Schwester Elfriede die Firma. Das Bildnis zeigt Elfriede André, in der Leitung bis 1992.
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Station 8 225 Jahre Musikverlag Johann André 1999
Ab 1971 führt Ute-Margrit André die Firma mit ihrer Tante Elfriede und beginnt, das historische Verlagsarchiv für die Musikwissenschaft auszuwerten. Zum Jubiläum 1999 gibt sie gemeinsam mit Hans-Jörg André eine Festschrift heraus.
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Station 9 Was macht eigentlich ein Musikverlag? 2024
Axel Beer beschreibt, wie viele an einem Musikverlag beteiligt sind. In seiner Aufzählung stehen die Komponistinnen, die meist anonymen Künstlerinnen der Titelseiten, die talentierte Klavierschülerin und die bejahrte Gräfin, die regelmäßige Ansichtssendungen erwartet. Namen nennt er dabei keine – Frauen erscheinen als Schaffende und als Kundschaft.
Wie die Familie über acht Generationen zusammenhängt, zeigt der Rundgang „Von Gilles bis Moritz“; wie das Archiv zum Arbeitsort der Musikwissenschaft wird, der Rundgang „Das Archiv als Forschungsort“.
Zitiervorschlag Rundgang „Frauen im Hause André“. In: André 250 – Der Klang der Zeitkapsel. Stadt Offenbach am Main, 2024 ff. https://www.andre250.de/rundgaenge/frauen-im-hause-andre/ (Abruf: Datum).





