Mozart in Offenbach
1799 kauft Johann Anton André der Witwe Constanze den Nachlass Mozarts ab: 273 eigenhändige Handschriften, die im Frühjahr 1800 in Offenbach eintreffen. Der Rundgang folgt dieser Verbindung vom überlieferten Besuch Mozarts in der Notenfabrique über die ersten Ausgaben, den Erwerb und die Offenbacher Originalausgaben bis zur Aufteilung des Nachlasses, zum Köchel-Verzeichnis und zu einer Ausstellung im Haus der Stadtgeschichte.
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Station 1 Mozart besucht die Notenfabrique André 1790
1790 besucht Mozart die Notenfabrique André in Offenbach. Überliefert ist der Besuch durch Emil Pirazzi, eine zeitgenössische schriftliche Quelle gibt es nicht.
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Station 2 Erste Mozart-Originalausgaben 1792–98
1792–98 erscheinen bei André die ersten Mozart-Originalausgaben, etwa 20 Werke. Mozart ist damit schon vor dem Erwerb seines Nachlasses mit etlichen, meist postumen Erstausgaben im Verlagsprogramm vertreten.
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Station 3 Erwerb von 273 Mozart-Notenhandschriften 1800
Im November 1799 reist Johann Anton André nach Wien, um die Sammlung Constanze Mozarts in Augenschein zu nehmen, und erwirbt sie für 3150 Gulden. Im Frühjahr 1800 erreichen 15 versiegelte Pakete Offenbach: 273 eigenhändige Handschriften, mehr als 40 Prozent von Mozarts Gesamtwerk im Original.
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Station 4 Erste lithographierte Mozart-Erstausgabe 1800
1800 erscheint die erste lithographierte Mozart-Erstausgabe, „Cinq Divertissemens pour deux Hautbois, deux Cors et deux Bassons“. Ihr Titelblatt trägt den Vermerk „Edition d’après l’original de l’auteur“. Von Anfang an nutzt André den Besitz der Handschriften, um seine Mozart-Ausgaben von denen der Konkurrenz abzuheben.
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Station 5 Eine kleine Nachtmusik 1827
1827 erscheint bei André die Erstausgabe der Serenade „Eine kleine Nachtmusik“, KV 525, komponiert 1787. Sie gehört zu den 79 Mozart-Werken, die die Andrés in Offenbach erstmals weltweit publizieren; über das europaweite Vertriebsnetz des Verlags geht die Serenade von Offenbach aus in die musikalische Welt.
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Station 6 Katalog der Mozart-Bestände 1841
Zeit seines Lebens bewahrt Johann Anton André die Handschriften in seinem Offenbacher Wohn- und Geschäftshaus auf, ordnet und studiert sie. 1841 erscheint, unter Mitarbeit Heinrich Henkels, ein nach Gattungen geordneter Katalog seiner Mozart-Bestände – das „Thematische Verzeichnis derjenigen Originalhandschriften von W. A. Mozart“.
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Station 7 Aufteilung des Mozart-Nachlasses 1854
1854, zwölf Jahre nach Johann Anton Andrés Tod, teilen die Erben die Mozart-Handschriften unter sich auf; der Versuch, die vollständige Sammlung an eine Bibliothek zu verkaufen, gelingt nicht. 1873 gelangen 135 Autographen an die Königliche Bibliothek Berlin, die übrigen zerstreuen sich über Verkäufe und Auktionen.
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Station 8 Köchel-Verzeichnis 1862
Nach Recherchen im André-Archiv erscheint 1862 das Werkverzeichnis Ludwig Ritter von Köchels, auf das die KV-Nummern der Mozart-Werke zurückgehen. Köchel zitiert darin Johann Anton Andrés chronologische Ordnung der Mozart-Werke. Das Verzeichnis wird bis heute fortgeschrieben.
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Station 9 Ausstellung über Mozart und André 2006
2006 kuratiert Birgit Grün im Haus der Stadtgeschichte eine Ausstellung über Mozart und André. Der Katalog dazu erscheint unter dem Titel „Johann Anton André (1775–1842) und der Mozart-Nachlass. Ein Notenschatz in Offenbach am Main“.
Ausführlich erzählt Birgit Grün die Geschichte im Text „Der Mann, der Mozart nach Offenbach brachte“; die Geschichte „Mozart und André“ lässt Johann Anton André selbst zu Wort kommen. Um den Steindruck, in dem 1800 die erste lithographierte Mozart-Erstausgabe erscheint, geht es im Rundgang „Vom Stein aufs Blatt“.
Zitiervorschlag Rundgang „Mozart in Offenbach“. In: André 250 – Der Klang der Zeitkapsel. Stadt Offenbach am Main, 2024 ff. https://www.andre250.de/rundgaenge/mozart-in-offenbach/ (Abruf: Datum).








