250 Jahre Musikverlag und Musikhaus André

Das Archiv als Forschungsort

Rundgang mit 8 Stationen

Das Verlagsarchiv des Musikhauses André umfasst einen Großteil der rund 18 000 Verlagswerke und regaleweise Geschäftsbücher, Briefe und vieles mehr aus früheren Jahrhunderten. Der Rundgang zeigt, wie dieser Bestand überliefert und verzeichnet wird, wie 1972 die wissenschaftliche Arbeit im Archiv beginnt und wo sich die Verlagsgeschichte heute nachlesen lässt.

  1. Station 1 Im Dornröschen­stockwerk 2024

    Das alte Notenlager im fünften Stock des 1900 gebauten Verlagsgebäudes wirkt, als hätte man vor hundert Jahren den Schlüssel herumgedreht. Anders das wissenschaftlich sortierte Verlagsarchiv: Es umfasst einen Großteil der rund 18 000 Verlagswerke und regaleweise Geschäftsbücher und Briefe und wird seit Jahrzehnten immer besser erschlossen.

  2. Station 2 Briefkopierbücher 1804

    Seit Ende 1804 sind die Briefkopierbücher, in denen das Haus seine ausgehende Post als Abschrift oder Konzept festhält, über einen längeren Zeitraum fast vollständig überliefert. Allein der erste Band, 12. Dezember 1804 bis 14. Oktober 1805, umfasst 690 Seiten mit rund 1500 Schreiben an 459 Adressaten – Material, das Axel Beer im Text „Netzwerke“ auswertet.

  3. Station 3 Katalog der Mozart-Bestände 1841

    Verzeichnet wird schon im Haus selbst: Johann Anton André ordnet und studiert die Mozart-Handschriften, die im Frühjahr 1800 in Offenbach eintreffen. 1841 erscheint ein nach Gattungen geordneter Katalog der Andréschen Mozart-Bestände, unter Mitarbeit Heinrich Henkels. Das „Thematische Verzeichnis“ ist heute bei IMSLP als Scan einsehbar.

  4. Station 4 Haupt-Katalog des Musikalien-Verlags 1900

    Am 1. Januar 1900 wird der Haupt-Katalog des Musikalien-Verlags von Johann André ausgegeben; bis dahin sind rund 16 000 Werke erschienen, insgesamt werden es rund 18 000. Rund 17 000 davon lassen sich heute in der Archivdatenbank des Musikhauses André durchsuchen – nach Titel, Komponist, Opus oder Verlagsnummer.

  5. Station 5 Beginn der wissenschaftlichen Archivarbeit 1972

    Ab 1971 führt Ute-Margrit André die Firma mit ihrer Tante Elfriede und beginnt, das historische Verlagsarchiv für die Musikwissenschaft auszuwerten. 1972 nimmt der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Hortschansky die wissenschaftliche Arbeit im Verlagsarchiv auf.

  6. Station 6 Musik­wissenschaftliche Forschung im Archiv 1995

    1995 beginnt Prof. Dr. Axel Beer seine Forschungen im Verlagsarchiv. Welche Arbeit der Bestand verlangt, beschreibt er in „Netzwerke“: Um belastbar zu sagen, wer mit wem wann kommuniziert hat, müsste man neben der komplett überlieferten Buchführung mehrere Zehntausend Briefe lesen, analysieren und verschlagworten.

  7. Station 7 Literatur zum Verlag André 2026

    Zwei Bücher verzeichnen die frühen Drucke: Wolfgang Matthäus’ Verlagsgeschichte von 1973 mit einer Bibliographie aller Drucke bis 1800 und Britta Constapels Fortsetzung von 1998 mit rund 5000 Titeln aus der Zeit Johann Anton Andrés, geordnet nach Verlagsnummern. Hinzu kommt der Katalog zur Ausstellung 2006 im Haus der Stadtgeschichte.

  8. Station 8 Musik und Musiker am Mittelrhein 2 2018

    Zu vielen Personen rund um den Verlag gibt die Online-Enzyklopädie „Musik und Musiker am Mittelrhein 2“ Auskunft. Sie erscheint 2018, beruht auf zwei Druckbänden und dokumentiert Musiker und Musikquellen im Mittelrheingebiet. Initiator ist Axel Beer, der schon lange im Verlagsarchiv André forscht.

Die Archivdatenbank des Musikhauses André verzeichnet über 17 000 Titel; zu noch vorhandenen Werken fertigt das Haus auf Anfrage eine autorisierte Verlagskopie an, als nichtkommerziellen Service für die interessierte Fachwelt. Die Anfrage geht aus der Ergebnisliste, zuerst kommt ein Angebot.

Zitiervorschlag Rundgang „Das Archiv als Forschungsort“. In: André 250 – Der Klang der Zeitkapsel. Stadt Offenbach am Main, 2024 ff. https://www.andre250.de/rundgaenge/das-archiv-als-forschungsort/ (Abruf: Datum).