Zwischen Main und Mittelrhein
1709 lässt sich die Familie André in Offenbach nieder, die Stadt am Main wird ihr Zuhause – bis heute. Der Rundgang folgt dem Haus André durch seine Region: zu den Standorten in Offenbach und Frankfurt, zu Musik mit Lokalkolorit und zu Musikern aus der Nachbarschaft, bis zu einer Enzyklopädie des Musiklebens am Mittelrhein. Am Ende weitet eine Karte den Blick über die Region hinaus.
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Station 1 Verlagsgründung 1774
1774 gründet Johann André in Offenbach die Notenfabrique André. In Jennifer Jessens Geschichte erzählt Lili Schönemann, gebürtige Frankfurterin, von der Kundschaft im nahen Frankfurt und in Offenbach, wo manche Wohlhabende Sommerhäuser besitzen, und von Musik und Theater im Hause André. Goethes Erinnerung, die sie zitiert, zeigt das Offenbach von 1775 mit Gärten und Terrassen bis an den Main.
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Station 2 Die Frankfurter Filiale C. A. André 1828
1828 eröffnet Carl August André, ein Sohn Johann Anton Andrés, an der Frankfurter Hauptwache die Musikalienhandlung und Leihanstalt C. A. André – die Frankfurter Filiale des Hauses, die er bis 1864 leitet. Bis 1872 sitzt die Firma im Haus „Mozart“, danach im Haus „Beethoven“ am Steinweg 7, das 1944 durch Bomben zerstört wird.
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Station 3 Opernbearbeitungen „Abendsterne“ 1853–56
Das Programm lebt auch von Bearbeitern aus der Region. Johann Georg Busch, Musiklehrer und Organist in Offenbach und seit 1839 in Bingen, richtet beliebte Opern ein; unter dem Titel „Abendsterne“ erscheinen 1853–56 seine Bearbeitungen, darunter Potpourris für Flöte oder Violine und Gitarre, unter anderem aus „Martha“, „Stradella“ und der „Zauberflöte“.
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Station 4 Souvenir de Nauheim um 1863
Um 1863 erscheint bei André das „Souvenir de Nauheim“ der Engländerin Charlotte M. E. Oliver, die in den deutschen Kurbädern zu Gast ist. Unter ihren Klavierstücken sind solche, die auf deutsche Kurorte Bezug nehmen, auch auf solche in der Nachbarschaft – dem Verlag sind diese Ausgaben so wichtig, dass er sie mit attraktiv gestalteten Titelseiten ausstattet.
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Station 5 Standorte des Verlags 1923
1923 übernimmt Hans André die Firma, und der Verlag zieht aus der Domstraße in das 1900 gebaute Haus an der Frankfurter Straße 28, wo das Musikhaus André bis heute ist. Die Bilder zeigen auch die früheren Adressen: die Herrngasse, heute Herrnstraße, wo der Verlag 1774 beginnt, das Haus an der Domstraße ab 1784 und die beiden Frankfurter Häuser.
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Station 6 Zeitgeist und Lokalkolorit 1928
Musik mit regionalem Bezug gehört zum Programm der Spätzeit, vom offiziellen Festmarsch zur Luftfahrtausstellung 1909 in Frankfurt bis zu diesem Frankforder Äppelweinlied von 1928: „Julche, komm, mer wolle Stoffche roppe!“ von Waltrud Ritzel alias W. Relitz. Es erscheint für Gesang und Klavier, für Laute und für Salon-Orchester.
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Station 7 Maria Stuart ist die Offenbacher Salome 1929
1929 bringt André die Oper „Riccio“ des in Offenbach aufgewachsenen Erich Riede heraus, der am Hochschen Konservatorium in Frankfurt Komposition studiert hat. Den Text schreibt Martha Wertheimer, Redakteurin bei der Offenbacher Zeitung. Auch Rudolf Nelsons Operette „Allotria“, im Frankfurter Schauspielhaus uraufgeführt, erscheint in Offenbach.
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Station 8 Musik und Musiker am Mittelrhein 2 2018
Die Online-Enzyklopädie „Musik und Musiker am Mittelrhein 2“, erschienen 2018, dokumentiert Musiker und Musikquellen im Mittelrheingebiet und führt dabei zwei Druckbände fort. Auch zu einzelnen Komponisten und zur Verlagsgeschichte André gibt sie Auskunft. Ihr Initiator Axel Beer forscht schon lange im Verlagsarchiv André.
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Station 9 Von Offenbach nach Europa und in die ganze Welt 2024
Die Karte aus der Ausstellung 2024 zieht Linien von Offenbach aus zu 30 Orten, mit denen das Haus André in Geschäftsbeziehung stand – von Frankfurt, Mainz und Darmstadt über Hamburg, Leipzig und Wien bis St. Petersburg, Lissabon, New York und Buenos Aires. Die Orte folgen weitgehend Axel Beers Auswertung der Briefkopierbücher des Verlags.
Die Frankfurter Filiale und ihren Klavierbau zeigt der Rundgang „Vom Notenblatt zum Instrument“. Die Zeitleiste der Ausstellung steht heute in der Dauerausstellung des Hauses der Stadtgeschichte in der Offenbacher Herrnstraße.
Zitiervorschlag Rundgang „Zwischen Main und Mittelrhein“. In: André 250 – Der Klang der Zeitkapsel. Stadt Offenbach am Main, 2024 ff. https://www.andre250.de/rundgaenge/zwischen-main-und-mittelrhein/ (Abruf: Datum).






