250 Jahre Musikverlag und Musikhaus André
Firmengründung Notenfabrique André (1774)

Firmengründung Notenfabrique André

Das aller­erste Rechnungsbuch der Firma André, beginnend mit dem Satz: „Mit Gott! Offenbach, den 1ten August 1774.“

Der Band trägt den Titel „Journal. Lit: A vom Jahr 1774 bis zum Jahr 1781.“

Das Motto „Mit Gott“ meint, so Axel Beer, den Glauben des französisch-reformierten Christen und zugleich den Anspruch an sich selbst. Die Buchführung ist von der ersten Seite an überaus gewissenhaft.

Johann André, 1741 geboren, hat als ältester Sohn die Seiden­fabrik seines früh verstorbenen Vaters übernommen. Er ist umfassend ausge­bildet, auch in der Musik, schreibt seit den 1760er Jahren und komponiert seit 1773 mehr als 20 Singspiele, darunter Goethes „Erwin und Elmire“. Und er weiß: Wer sich Andrésche Seide leisten kann, verbringt seine Freizeit gern mit Theater und Musik.

Erste Versuche als Verleger macht André vermutlich schon 1772, 1773 zeitweise gemeinsam mit dem Mannheimer Hofmusiker und Noten­stecher Johann Michael Götz. Sein Verlag ist der dritte auf Musik spezialisierte im deutsch­sprachigen Raum, nach Haueisen in Frankfurt (1771) und Götz in Mannheim (1772); beide verschwinden bald wieder, Schott in Mainz (1780) und Simrock in Bonn (1793) kommen später. So gründet André, ohne es wissen zu können, den ältesten bis heute bestehenden Musik­verlag.

Rundgänge

Diese Seite gehört zu den Rundgängen In zehn Stücken durch 250 Jahre und Von Gilles bis Moritz.

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