250 Jahre Musikverlag und Musikhaus André
Opernbearbeitungen „Abendsterne“ (1853–56)

Opernbearbeitungen „Abendsterne“

Johann Georg Buschs Bearbeitungen beliebter Opern erscheinen unter dem Titel „Abendsterne“.

Busch, Musik­lehrer und Organist in Offenbach und seit 1839 in Bingen, verfasste mehrere hundert Opern­bearbeitungen.

Die Bearbeitung von Wagners „Tannhäuser“ für Flöte und Gitarre fiel Busch nicht leicht. Am 5. November 1855 schrieb er aus Bingen an den Verlag: „Hiemit erhalten Sie das Potpourri aus dem Tannhäußer, es war schwierig zu machen, weil diese Oper so eigenthümlich u[nd] wenig melodisch ist, besonders für diese Instrumenten; ich glaube nun, so wie ich dieses abgefaßt habe, doch gefallen wird, indem es auch leicht auszu­führen ist.“ Bei der Eröffnung der Ausstellung am 5. Juli 2024 spielten Rudolf Klemisch und Sabine Dreier dieses Potpourri auf Bieder­meier-Gitarre und achtklappiger Holzflöte.

Acht der „Abendsterne“ – Potpourris für Flöte oder Violine und Gitarre, unter anderem aus „Martha“, „Stradella“ und der „Zauber­flöte“ – sind in der freien Noten­bibliothek IMSLP (öffnet in einem neuen Fenster) als Scan einsehbar.

Bearbeitungen sind für das Haus André essenziell; manche Lieblings­stücke gibt es in rund 30 Fassungen. Busch fertigt mehr als 250 Opern­bearbeitungen an. Sie erscheinen in Reihen mit klang­vollen Namen wie „Apollo“ und „Orpheus“.

In der Ausstellung 2024 lag neben den „Abend­sternen“ Buschs eigene Handschrift von 15 Arien aus der „Zauber­flöte“ für zwei Klarinetten, dazu die Sammlung „Beliebte Stücke und Potpourris aus bekannten Opern“ (um 1860), die diese Bearbeitungen enthält.

Mehr über Busch: Johann Georg Busch in „Musik und Musiker am Mittel­rhein 2“ (öffnet in einem neuen Fenster).

Fotos: Simon Malz

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