Erster lithographischer Notendruck
Erster lithographischer Notendruck der Notenfabrique André: Johann Andrés „Die Weiber von Weinsberg“.
Geeignete Steine gibt es nur in Solnhofen in Mittelfranken; sie kommen über 200 Kilometer Luftlinie auf dem Land- und Wasserweg, und müssen vor wie nach dem Druck gelagert werden. Auch Papier und Maschinen müssen neu sein. Statt eines Notenstechers braucht es nun zwei Spezialisten, einen für die Noten und einen „Steinschriftschreiber“ für den Text; weil diese rar sind, schränkt André zeitweise sogar die Vokalmusik ein.
Höhere Auflagen bringt der Steindruck nicht, das zeigt die Buchführung. Billiger ist er nach Axel Beer auch nicht, denn die Metallplatten des Notenstichs lassen sich fast vollständig wiederverwenden. Seit den 1850er Jahren erscheinen bei André wieder viele gestochene Ausgaben, denn das Publikum schätzt griffiges Büttenpapier, das sich für den Steindruck nicht eignet.
Rundgang
Diese Seite gehört zum Rundgang Vom Stein aufs Blatt.
Rundgang Vom Stein aufs Blatt · Station 2 von 9
1800 erscheint der erste lithographische Notendruck der Notenfabrique André: Johann Andrés „Die Weiber von Weinsberg“. Die dafür verwendbaren Steine gibt es nur im mittelfränkischen Solnhofen; sie kommen auf dem Land- und Wasserweg nach Offenbach, jeder mindestens fünf Kilo schwer.
- Nutzungsrechte an der Lithographietechnik 1799 · Objekte
- Erste lithographierte Mozart-Erstausgabe 1800 · Noten
- Herstellung und Ausstattung der Notendrucke 1800 · Texte
- Fund historischer Steindruckplatten 1989 · Objekte





